Die besondere Stärke des Fotografen liegt darin, dass er sein Aufnahmeobjekt mit allen Anzeichen seiner Realität vor
das Auge des Betrachters zu zaubern vermag. Er präsentiert diese Neuschöpfung so, dass der Besucher nicht bemerkt, dass er lediglich ein Symbol statt des Objekts sieht. Er meint, es sei die
Sache selbst - ihm zum ersten Mal vorgeführt. Wenn die Fähigkeit des Fotografen zu geschickter Auswahl gegeben ist, so kann mit Hilfe des scharfsichtigen Kamera-Auges ein erhöhtes Gefühl der
Wirklichkeit hervorgerufen werden, eine Art Super-Realismus in welchem sich das Wesen der Dinge erst recht enthüllt.
Edward Weston, 1886 - 1958,
amerikanischer Fotograf in
„Was ist Schönheit in der Fotografie?“